Weyher Party hoch drei: Männer, Frauen und Ü 40 holen Kreispokale

Der SV Weyhe ließ es beim TV Stuhr ordentlich krachen: Die Männer, Frauen und die Ü 40-Routiniers sicherten sich in ihren Finals den Fußball-Kreispokal.
Nachbericht des Herren-Endspiels von Cord Krüger (Kreiszeitung):
„Es gibt das eine oder andere Bier“: 6:0 gegen Varrel – Witt führt Weyhe zum Kreispokal-Sieg
Der SV Weyhe gewinnt das Kreispokal-Finale gegen den TuS Varrel mit 6:0. Marius Witt ebnet früh den Weg mit dem 1:0 nach acht Minuten und zwei Vorlagen zum 2:0 und 3:0.
Moordeich – Strahlend schritten die Double-Sieger des SV Weyhe am Samstagabend durch ein langes Spalier aus ebenfalls erfolgreichen Clubmitgliedern: Unmittelbar vor dem 6:0 (3:0)-Kreispokalfinalsieg des Kreisliga-Meisters über den TuS Varrel hatten die Fußballerinnen des SV Weyhe III an selber Stelle auf dem Hauptplatz des TV Stuhr ihr Endspiel gegen den TVE Nordwohlde mit 2:0 gewonnen. Und sie jubelten den Männern jetzt ebenso zu wie die Routiniers der Weyher Ü 40, die die SG Heiligenrode/Stuhr mit 2:1 bezwungen hatten. Mittendrin: die C-Juniorinnen des SVW, die mit dem Pokalsieg aus dem Kreis Jade-Weser-Hunte zurückgekehrt waren.
Kein Zweifel: Es ist sehr schnell sehr viel zusammengewachsen in diesem erst ein Jahr jungen Verein, der aus der Fusion des TSV Weyhe-Lahausen und SC Weyhe hervorging. „Gleich geht‘s mit allen ins Vereinsheim. Da wird Pizza bestellt, und es gibt das eine oder andere Bier“, skizzierte Marius Witt die weitere Abendplanung. Der Offensivmann hatte seiner „Ersten“ mit dem 1:0 sowie den Vorlagen zum 2:0 und 3:0 früh den Weg geebnet, stellte aber heraus: „Das waren wir alle zusammen.“
Die geschlagenen Varreler aber versanken nicht in Trauer und Trübsal, sondern feierten hüpfend vor ihren mehr als 200 Anhängern, die in einem Fanmarsch auf die Moordeicher Anlage gekommen waren. Ein Endspiel ohne echte Verlierer – ein schöner Abschluss des Finaltags im Fußballkreis Diepholz vor gut 400 Zuschauern.
„Wir sind froh, dabeigewesen zu sein“, unterstrich Varrels Kapitän Timo Witten, „und wir danken Reza Rastegar für alles, was er in diesem Jahr bei uns aufgebaut hat.“ Der Coach hinterlässt seinem Nachfolger Matthias von Ahsen einen Aufsteiger in die 1. Kreisklasse, der fast komplett zusammenbleibt, war nach der Niederlage dennoch enttäuscht: „Es ist sehr bitter, das haben wir uns in dieser Höhe nicht vorgestellt. Wir haben versucht, dagegen zu halten, aber wir waren heute die klar unterlegene Mannschaft“
„Es war heute zwar das Duell David gegen Goliath, aber ein schönes Erlebnis“, schilderte Witten: „Wahnsinn, was unsere Fans für eine Choreo aufgezogen haben.“
Sein Teamkollege Dominik Ravensburg konnte mit dem Ausgang ebenfalls gut leben: „Das Ergebnis ist zweitrangig. Weyhe ist ein künftiger Bezirksligist, und nach hinten raus hat die Qualität den Unterschied ausgemacht. Aber die ersten Tore waren mehr oder weniger Glückstreffer.“
Doch sie fielen früh – so, wie es sich SVW-Coach Uwe Bischoff vorgenommen hatte: „Wir hatten uns Informationen über die Varreler eingeholt und sie uns auch zweimal angesehen. Daher war klar, dass wir sie gar nicht erst ins Spiel kommen lassen wollten.“
Dementsprechend gab der Favorit von Beginn an den Ton an – und jubelte nach acht Minuten dank Witts Flachschuss zum 1:0. Kurz darauf donnerte SVW-Kapitän Torben Hellmuth eine Witt-Ecke zum 2:0 in die Maschen (14.), und Witt zwang Keeper Tim Ulrich per Freistoß zur Glanzparade (18.).
„Den hat er stark gehalten“, lobte der Standardschütze, freute sich aber über den aufgegangenen Matchplan: „Uns war wichtig, ein frühes Tor zu erzielen. Oder besser zwei, um Ruhe reinzubekommen. Danach haben wir es locker-flockig zu Ende gespielt.“ So bedeutete Jesse Wieczoreks 3:0 nach einem weiteren Witt-Freistoß (38.) bereits den Halbzeitstand.
Nach der Pause plätscherte das Finale vor sich hin, Weyhes für den zweiten Durchgang eingewechselter Keeper Felix Eichhorn hatte wie sein Vorgänger Bastian Guder nichts zu tun. Christian Wiesners 4:0 nach einer Rechtshereingabe von Eric Cohrs war die erste Chance in Hälfte zwei (65.). Drei Minuten später erhöhte der agile Timon Wolff von rechts auf 5:0. Anschließend packte Ulrich noch zwei Paraden gegen Witt (83.) und Cohrs (85.) aus, ehe Cohrs aus kurzer Entfernung doch noch das halbe Dutzend vollmachte (90.+1).
Der Rest war Party – hüben wie drüben. „Wenn wir im Vereinsheim fertig sind, geht‘s noch ins La Viva“, freute sich Witt auf die Bremer Clubdisco. Die wollten auch die Varreler ansteuern: „Ich denke, wir werden noch das eine oder andere Glas wackeln lassen“, schätzte Witten.
Weyhe: Guder (46. Eichhorn) - Kirsch, Schierenbeck, Witt, Wolff, Tylla (69. Behrmann/87. Bunke), Wieczorek (53. Cohrs), Hellmuth, Landwehr, Gutsmann, Wiesner. Varrel: Ulrich - Lorenzen (80. Rösler), Wegener (61. Mengkowski), L. Lübben, Bolte (69. S. Ferdico), Fecker, Hollmann (31. M. Ferdico), Stahnke, Witten, Soyke, Rodriguez Jacinto (45. Ravensburg). Tore: 1:0 (9.) Witt, 2:0 (14.) Hellmuth, 3:0 (38.) Wieczorek, 4:0 (65.) Wiesner, 5:0 (68.) Wolff, 6:0 (90.+1) Cohrs. Schiedsrichter: Dennis Hanke (TSV Bramstedt).
Nachbericht des Frauen-Endspiels von Cord Krüger (Kreiszeitung):
Cordes-Crew auch im Cup nicht zu knacken: 2:0 über Nordwohlde – Eikermann und Röver treffen zum Double für Weyhe III
Die Fußballerinnen des SV Weyhe III holen den Kreispokal. Stimmen und Emotionen – alles zum 2:0-Final-Sieg gegen den TVE Nordwohlde.
Stuhr – Michael Cordes hatte sich für den Abend nichts vorgenommen. „Vor morgen früh braucht mich keiner vom Vereinsheim abzuholen“, stellte der Trainer des SV Weyhe III klar. Nach nun 17 Jahren als Hauptverantwortlicher dieser Mannschaft – bis zur vorigen Saison noch unter dem Dach des TSV Weyhe-Lahausen – wusste er am Samstag anscheinend, dass ihn seine Double-Siegerinnen nicht so einfach ziehen lassen würden. Ebenfalls Geduld hatten seine Kreismeisterinnen im Kreispokal-Finale benötigt, ehe ihr 2:0 (0:0)-Sieg über den TVE Nordwohlde feststand. Denn der Vizemeister hatte dem Champion alles abverlangt und über die 90 Minuten auch mehr Spielanteile.
„Aber Ballbesitz schießt leider keine Tore“, bedauerte Nordwohldes Trainer Kim Lessenig. Die seit November 2024 ungeschlagene Cordes-Crew war dem TVE hingegen in puncto Effizienz überlegen. „Ich glaube, beide Seiten haben heute nicht ihren besten Tag erwischt“, urteilte Cordes Sekunden vor seiner nächsten Sektdusche auf dem Moordeicher Fußballplatz. Wortwörtlich dasselbe Fazit zog Lessenig, ergänzte allerdings: „Wir haben zwei Tore hergeschenkt.“
Seine Fußballerinnen kontrollierten im ersten Durchgang weitgehend das Geschehen, kamen aber durch die aufmerksam verteidigenden Weyherinnen kaum durch – so sehr sich Stürmerin Jolyn Weiß mit ihren weiten Wegen auch mühte. Umso überraschender fiel das erste Tor des Tages: Sarah Eikermann behauptete sich auf dem linken Flügel, flankte in Richtung des zweiten Pfostens, doch die Kugel senkte sich unhaltbar für TVE-Keeperin Carolin Jordan in den Knick (35.). „Allein da hat man gesehen, dass Sarah als unser Neuzugang unserem Spiel sehr guttut“, freute sich Cordes.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff hatte Nordwohldes Kapitänin Alisa Willner mit einem Schuss an den rechten Pfosten Pech, nachdem sie sich über halblinks durchgesetzt hatte. „Aber das war unsere einzige echte Chance“, fand Lessenig. Dementsprechend sahen die etwa 200 Zuschauer ein wenig ereignisreiches Spiel, ehe es plötzlich 2:0 stand: Rena Haases langen Ball von rechts in die Box bekam die TVE-Abwehr nicht geklärt, und Franziska Röver stocherte den Ball aus kurzer Distanz an Jordan vorbei über die Linie (68.).
Dabei blieb’s – und die beeindruckende Siegesserie der Cordes-Crew mit nun zwei Pokalsiegen und drei Meisterschaften hielt.
Weyhe: Kempf - Vatthauer, Göttsches, Kehlenbeck, Eikermann, Luther, Steding, Humpert, Moczinski, Bausch, Stelter. Eingewechselt: Röver, Schumacher, Haase, Bury, Vöge. Nordwohlde: Jordan - Heikoop, Eller, A. Brummerhop, Hackmann, Weiß, Häusler, Willner, Lüning, Hille, Willner. Eingewechselt: Peters, Schmidt, N. Brummerhop, Siedenberg. Tore: 1:0 (35.) Eikermann, 2:0 (68.) Röver. Schiedsrichterin: Lena Iburg (TSV Okel).





