Trainer-News am Stützpunkt Sulingen

Das Trainerteam am Fußball-Stützpunkt Sulingen hat sich verändert. Zwei Coaches sind nicht mehr dabei, dafür werden zwei neue dazustoßen. Und zwei Routiniers machen weiter. Die Mediengruppe Kreiszeitung hat mit allen Zu- und Abgängen gesprochen.

Ein eingespieltes Team hatten Walter Brinkmann und Hermann Schlake am DFB-Stützpunkt in Sulingen. Zwei der vier Trainer (Maarten Schops und Taiki Hirooka) sind jedoch nicht mehr dabei, wenn am 18. August die erste Saison-Einheit der Fußballtalente aus der Region auf dem Programm steht. Doch die beiden Routiniers Brinkmann (weiter verantwortlich für den Jahrgang 2012) und Schlake (2014) bekommen Unterstützung von zwei neuen Coaches, auf die sie sich freuen: Rückkehrer Tobias Dickmann (2013) und Torwarttrainer Jan-Hendrik Gronewold.

Zuletzt war der 35-Jährige sehr viel unterwegs. Polen, Österreich, Belgien, um nur ein paar Länder zu nennen. „Ich habe acht Spiele in neun Tagen gesehen“, sagt der Sulinger. Der japanische Nationaltrainer Hajime Moriyasu war auf Sichtungstour durch Europa – und sein Landsmann Hirooka immer dabei. Er arbeitet mittlerweile für den japanischen Fußball-Verband (JFA) und dort in dessen Europa-Office in Düsseldorf. Das Aufgabenfeld: die Betreuung der japanischen A-Nationalspieler, die in den europäischen Ligen aktiv sind. Er ist einer der zwei Kontaktmänner, die nach Japan berichten, wie es den Stars der „Samurai Blue“ fern der Heimat geht. „Ich musste nicht lange überlegen, diesen Job anzunehmen, immerhin ist es die japanische Nationalmannschaft“, betont Hirooka. Dafür hat er seine Aufgabe beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf aufgegeben, wo er auch „sehr glücklich“ war. Und weil er ständig quer über den Kontinent reist, bleibt auch keine Zeit mehr für den Stützpunkt. „Ich hätte da gerne weitergemacht, hatte sehr viel Spaß mit den Jungs und den Trainerkollegen. Aber ich bin eben zu oft nicht da.“

Wenn er in Düsseldorf ist, zieht er in eine kleine Wohnung neben dem Office. Sein Lebensmitttelpunkt wird aber Sulingen bleiben – mit Frau „Elli“ und Tochter Mina. Die Familie muss sich daran gewöhnen, dass er etwa zwei Wochen pro Monat nicht da ist. Mit dem Fußball hat Hirooka längst aufgehört, ebenfalls aus Zeitgründen: „Aber ich gehe ab und zu laufen oder ins Fitnessstudio.“

An der Entfernung hat sich fast nichts verändert: Etwa 25 Kilometer fuhr der Belgier von seinem Wohnort Rehden zum Stützpunkt nach Sulingen. Etwa die gleiche Distanz legt er nun bis nach Lohne zurück. Dort trainiert der Ex-Profi die U 17 von Blau-Weiß in der Niedersachsenliga. „Eine spannende Aufgabe“, findet der 49-Jährige, der einst Coach beim BSV Rehden und TuS Sulingen war. Das Angebot sei „aus dem Nichts gekommen“ – und er nahm es an. „Ich habe wieder etwas mehr Zeit, und das Kribbeln an Spieltagen hat mir auch ein bisschen gefehlt“, erklärt Schops. Der Drei-Jahres-Zyklus, den die Stützpunkt-Trainer mit ihren Jahrgängen meistens absolvieren, endete zudem kürzlich. Und dann entschied sich Schops, der noch in Wetschens Ü 40 kickt, für etwas Neues – allerdings mit einer Portion Wehmut. „Die fünf, sechs Jahre beim Stützpunkt waren eine sehr schöne Zeit. Wir hatten immer ein tolles Trainerteam, das sich extrem gut ergänzt hat.“

Der ehemalige Keeper hat richtig Lust auf seine neue Aufgabe. „Das ist eine coole Sache. So früh in die Technikentwicklung einzusteigen, zu fördern und Grundlagen zu schaffen, ist super“, meint der 33-Jährige, der sich im Stützpunkt hauptsächlich um die Torhüter der drei Jahrgänge kümmern wird. Erfahrung bringt Gronewold, der unter anderem beim TV Stuhr, Brinkumer SV und SV Heiligenfelde spielte, bereits mit. Er half in der Vergangenheit öfter am Stützpunkt aus, wo er früher unter Walter Brinkmann selbst gespielt hatte. Und er war auch Torwarttrainer in Blumenthal (U 19, U 17) und Borgfeld (U 17). Seine eigene Karriere hat Gronewold vor zwei Jahren in seinem Wohnort Heiligenfelde beendet – nach mehreren Knieverletzungen: „Irgendwann macht es keinen Spaß mehr, nach jedem Training ein dickes Knie zu bekommen.“ Jetzt kümmert sich der B-Lizenz-Inhaber mit Begeisterung um den Keeper-Nachwuchs: „Das Trainerdasein erfüllt mich.“ Und Brinkmann freut sich auf einen „Top-Torwartcoach“.

Zwei Jahre hat er bei Werder Bremen in der U 14 als Co-Trainer gearbeitet – gemeinsam mit dem Ex-Sudweyher Florian Maeße und Rouven Brandt (früher unter anderem BSV Rehden und Brinkumer SV). Und eigentlich wollte er seinen Vertrag, den er 2024 bis 2026 verlängert hatte, auch erfüllen. Doch ein Jobwechsel und das zweite Kind (nach einem Sohn nun eine Tochter) brachten ihn zum Umdenken. „Es wurde immer schwieriger, meinem eigenen Anspruch und dem von Werder gerecht zu werden“, sagt Dickmann. Zwei lange Trainings („Nicht selten von der Arbeit direkt auf den Platz“) und mindestens ein Spiel mit teilweise langer Fahrt – das war intensiv.

Der Syker mit der B+-Lizenz, der selbst allenfalls noch in der Ü 32 spielen möchte, wollte mehr Zeit für die Familie haben – da kam die Option, zum Stützpunkt zurückzukehren, gerade recht. „Da ist der Aufwand mit dem einen Training am Montag ein anderer“, meint Dickmann: „Und ich habe mir gedacht: Ganz ohne Fußball – auf keinen Fall!“ Von 2019 bis 2023 betreute der frühere Mittelfeldlenker in Sulingen die Top-Talente, nun ist er wieder da. Und voller Vorfreude: „Walter und Hermann kenne ich vom Stützpunkt-Training. Und mit Jan habe ich in Heiligenfelde zusammengespielt. Das passt. Ich bin echt glücklich, dass es geklappt hat.“ Brinkmann auch: „Tobias hat in Bremen den Leistungsfußball verinnerlicht.“


Autor: Malte Rehnert (Kreiszeitung)