Luke Mach & Eyleen Budweg „Schiedsrichter des Jahres 2025“

Eine launige Jahreshauptversammlung hatte für einige der mehr als 150 nach Nordsulingen gekommenen Fußball-Schiedsrichter des Kreises Diepholz faustdicke Überraschungen parat.
Kevin-Noah Traemann hätte noch mehr erzählen können. „Eine Laudatio ist schnell geschrieben – aber dann geht es ans Kürzen“, schilderte der Beisitzer im Kreisschiedsrichterausschuss. Doch selbst das, was er über Luke Mach noch berichtete, rechtfertigte allemal dessen Wahl zum Jungschiedsrichter des Jahres im Kreis Diepholz. Für die herzlichen Worte dankte der 16-Jährige vom TuS Sudweyhe Oberliga-Schiri Traemann mit einer Umarmung, ehe er unter dem Applaus von gut 150 Referees im Sulinger Restaurant Dahlskamp den Preis entgegennahm. Es war eine der letzten von vielen Ehrungen, die es während der launigen Jahreshauptversammlung der Unparteiischen zu beklatschen gab.
Luke Mach: Erst 16 – und schon Kreisliga-Schiri
Vor knapp drei Jahren pfiff Mach sein erstes Fußballspiel. Im April 2023 stand er schon als Assistent in einem Landesliga-Duell an der Linie. Anfang 2024 stieg er als 15-Jähriger in die Männer-Kreisliga auf und zeige dort „überragende Leistungen“, lobte Traemann. Die Folgen: Mach kam in den Bezirkscoaching-Kader und ins Talentförderprogramm des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV). „Mit seiner ehrlichen, offenen und aufgeweckten Art ist er nicht nur für uns Schiedsrichter ein Gewinn“, stellte sein Laudator heraus.
Eyleen Budweg pfeift in der Frauen-Oberliga
Zum Schiedsrichter des Jahres wählten die Ausschuss-Mitglieder erstmals eine Frau – nicht ganz einfach, dies vor ihr geheimzuhalten, wie Kreisschiedsrichterobmann Nico Harzmeier durchblicken ließ. Denn Eyleen Budweg vom TSV Drentwede, die seit zwei Jahren in der Frauen-Oberliga aktiv ist, zählt ebenfalls zum Schiri-Ausschuss und engagiert sich dort auf mehreren Ebenen. „Seit knapp vier Jahren, in denen sie pfeift, hat sie mehr als 150 Spiele geleitet“, schilderte Harzmeier: „Das sagt einiges über ihre Einsatzbereitschaft aus.“
Auch Mette Windhorst, Andre Schröder und Oliver Haalck geehrt
Wie Budweg zählt auch Mette Windhorst zu den Oberliga-Schiedsrichterinnen. 2019 hatte sie ihren Anwärterlehrgang gemeistert, inzwischen tanzen auch die Kreisliga-Fußballer nach ihrer Pfeife. Für ihr hohes Engagement zeichneten Harzmeier und sein Stellvertreter Gerrit Alfken die Aktive vom TSV Bassum in der Frauen-Kategorie der DFB-Aktion „Danke, Schiri“ aus. In der U 50-Wertung dieses Wettbewerbs fiel die Wahl auf Andre Schröder vom SV Dreye, seit 2001 Unparteiischer und zwischenzeitlich sieben Jahre in der Bezirksliga unterwegs. Und aus der Ü 50 votierte der Ausschuss für Oliver Haalck vom SV Bruchhausen-Vilsen, der in seinen 35 Jahren als „Mann in Schwarz“ bis in die Landesliga aufgestiegen war.
Aktuell pfeifen 15 Männer und fünf Frauen aus dem Fußballkreis Diepholz auf Bezirks- und Verbandsebene. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in einer dermaßen hohen Zahl in diesen Ligen vertreten sind“, verdeutlichte Obmann Nico Harzmeier auch mit Anerkennung der Ausbilder im Lehrstab, der Beobachter sowie der erfahrenen Begleiter im erfolgreichen Patensystem. Zudem hätten sämtliche Schiedsrichter des Kreises dazu beigetragen: „Ihr alle könnt stolz darauf sein, denn ohne eine breite Basis gibt es keine Spitze“, betonte der Kirchdorfer.
Und die Spitzenkräfte wiederum vergessen die Basis nicht: Regionalliga-Schiedsrichter Tim Otto erntete großen Dank für die Organisation des Patensystems. Auch durch diese Betreuung junger Kollegen in ihren ersten Spielen „sind es von 20 neuen Leuten nach einem Lehrgang vielleicht zwei, die schon nach einem Jahr wieder aufhören“, unterstrich Leo Heckmann, selbst Oberliga-Schiri und auf Kreisebene als Lehrwart engagiert.
Die Gesamtzahl der aktiven Schiedsrichter beläuft sich aktuell auf 286 – mehr als in den zehn Jahren zuvor. In der jetzt beendeten Hinserie haben sie insgesamt 2 800 Spiele bestritten. „Wir merken aber, dass die Verfügbarkeit nicht mehr so gegeben ist“, erklärte Harzmeier und nannte unter anderem berufliche Gründe. „Wir müssen also zahlenmäßig weiter wachsen.“
Werner Bollow seit 50 Jahren Schiedsrichter
Für diesen langen Zeitraum als aktiver Schiedsrichter steht beim Niedersächsischen Fußballverband (NFV) noch keine offizielle Auszeichnung in den Statuten! Schade für Werner Bollow vom SV Heiligenfelde, aber seine Kollegen im Kreis Diepholz hatten zu diesem besonderen Jubiläum des früheren Oberliga-Referees und Schiri-Obmanns natürlich eine Auszeichnung parat, die er unter dem Jubel der anwesenden Unparteiischen während der Jahreshauptversammlung am Montagabend in Nordsulingen bekam.
Zuvor hatten Nico Harzmeier als Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses und sein Stellvertreter Gerrit Alfken die goldene NFV-Verdienstnadel für 40 Jahre als Unparteiischer an Kay Sbresny (TSV Bassum), Claus-Peter Wessel und Thomas Meyer (beide vom TuS Sudweyhe) überreicht. Die silberne Verdienstnadel für 25 Jahre erhielten Rainer Schünemann vom FC Sulingen und Achim Warnke (SV Heiligenfelde). Und die Verdienstnadel nach 15 Jahren als Referee nahmen Jessica Feußahrens (TuS Wagenfeld), Aljoscha Steinberg (TSV Okel), Lukas Lober (TSV Mellinghausen) und Gerhard Kück (TV Stuhr) entgegen.
Zudem erhielten die „Vielpfeifer“ der abgelaufenen Saison Präsente. Auf 70 Spiele oder mehr brachten es Kay Sbresny, Marcel Thalmann, Pascal Köllner, Reinhard Meyer und Danny Barenscheer.