Jung-Schiris aus Hannover gewinnen Jung-SR-Turnier 2026!

Trotz Wetterchaos glänzte das niedersächsische Hallenfußballturnier für Jungschiedsrichter in Rehden. Absagen und ein Notplan bestimmten den Ablauf. Doch am Ende feierten die Schiedsrichter echten Gemeinschaftsgeist.
Rehden – Immerhin! Ein Nachwuchsfußballer aus dem gastgebenden Kreis Diepholz schaffte es am Samstag ins „kleine Finale“ des 42. Hallenfußballturniers für Jungschiedsrichter aus ganz Niedersachsen. Emil Holtorf, Torhüter der im Achtelfinale ausgeschiedenen ersten Diepholzer Mannschaft, hatte im personell gebeutelten Team des Kreises Harburg ausgeholfen. Und im Spiel um Platz drei avancierte der angeschlagene Keeper fast zum Helden, als er im Achtmeterschießen gegen die Zweitvertretung der Region Hannover II gleich drei Versuche parierte. Allerdings scheiterte er mit seinem eigenen Schuss an Hannovers Schlussmann, der kurz darauf zum 4:3-Endstand vollstreckte. Den Pokal holte Hannovers Erste – hochverdient mit einem 3:0 über den Kreis Osterholz und gefeiert von einem stark vertretenen Fanclub, der mit beiden Mannschaften im eigens gecharterten Bus angereist war.
„Den Achtmeter hätte ich besser schießen können“, haderte Holtorf hinterher, „aber wir wollten vor allem Spaß haben. Und ich war extrem froh, nach unserem Ausscheiden im Achtelfinale noch ein paarmal spielen zu können – vor dieser geilen Kulisse“, schwärmte der Referee des TuS Sulingen von der Stimmung in der Rehdener Dreifeld-Halle. Dort war am Nachmittag die Endrunde mit den Achtelfinals gestartet – und zur Erleichterung von Nico Harzmeier planmäßig.
„Elli“ durchkreuzt Planungen
Denn seit dem Vortag musste der Diepholzer Kreisschiedsrichterobmann mit seinem Team aus mehr als 100 helfenden Schiri-Kollegen massiv umdisponieren, weil sich gleich 19 Kreisverbände mit insgesamt 22 Mannschaften zur Absage gezwungen sahen. Wintersturm „Elli“ hatte die eineinhalbjährigen Vorbereitungen eiskalt und gnadenlos durchkreuzt.
Dementsprechend blieben von Freitag auf Samstag viele Appartements im Marissa-Ferienpark am Dümmer leer. Zu dieser Zeit hatten die Verantwortlichen die ursprünglich sechs Gruppen auf vier zusammengestrichen, sodass sie „nur“ noch fünf der sieben reservierten Sporthallen benötigten. „Den Spielplan habe ich dreimal umgebaut“, berichtete Stephan Meyer aus dem Orga-Team beiläufig. „Da hat er aber großzügig abgerundet“, wusste Harzmeier, dass der Rehdener deutlich mehr Arbeit hatte.
Auch beim traditionellen Empfang im Kroger Saal Yilmaz blieben am Freitagabend viele Plätze leer. Doch die 250 der ursprünglich 650 angekündigten Besucher bekamen einiges geboten: Gutes Essen, viele Gespräche und ein Quiz, an dem auch hochrangige Unparteiische wie Zweitliga-Schiri Lukas Benen und Erstliga-Assistent Florian Heft ihren Spaß hatten, sorgten für beste Stimmung. „Einige dürften nicht viel Schlaf bekommen haben“, mutmaßte Harzmeier. „Als ich morgens um sechs im Marissa-Park ankam, um beim Vorbereiten des Frühstücks zu helfen, habe ich jedenfalls noch ein paar Leute wach angetroffen.“
Ungefähr zeitgleich startete die Auswahl aus dem Kreis Osterholz, um trotz vereister und verschneiter Straßen doch noch am Turnier teilzunehmen. „Das waren wir den Diepholzern einfach schuldig – bei dieser tollen Organisation und Kommunikation im Vorfeld“, unterstrich Osterholz’ stellvertretender Kreisschiedsrichterobmann Daniel Jung. „Und wir wussten, dass wir diesmal eine starke Truppe haben.“
Er sollte sich nicht täuschen, denn die von ihm gecoachten Jungs zelebrierten schnellen und taktisch klugen Hallenfußball. Erst im Finale bekamen sie von den stets dominanten Hannoveranern, die mit drei Siegen aus drei Vorrundenspielen nach Rehden gekommen waren, die Grenzen aufgezeigt. Zuvor fertigten diese im Achtelfinale die Diepholzer Zweitvertretung mit 8:0 ab, kassierten im Viertelfinale gegen Jade-Weser-Hunte erst ihr zweites Gegentor des Tages und lösten mit dem 6:0 über Harburg mit „Leihgabe“ Emil Holtorf das Finalticket. Diesen Endstand bekam der Keeper, der sonst für die A-Junioren des TuS Barenburg im Kasten steht, nur am Rande mit. Denn in den Schlusssekunden erwischte es ihn bei einer Rettungstat. „Ich habe das Knie eines Gegners an den Kopf bekommen“, berichtete der 16-Jährige, den seine Mitspieler stützend von der Platte führten.
„Freundschaften entstanden“
„Dass wir hier unsere Mannschaft mit Leuten aus den Kreisen Diepholz und Cloppenburg auffüllen durften, war eine Supersache“, fand Harburgs Trainer Martin Meyer: „Dadurch sind heute Freundschaften entstanden.“ Am Ende war er froh, trotz des Wetters an den Start gegangen zu sein: „Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht. Aber es geht ja darum, die Kameradschaft unter den Jungs zu fördern. Das macht solche Turniere aus.“
Schiedsrichterinnen als gute Gastgeberinnen
Am Morgen des Jungschiri-Turniers spielten auch die Schiedsrichterinnen einen Wettbewerb aus – wetterbedingt ebenfalls dezimiert: Statt der geplanten sechs Teams duellierten sich in der Rehdener Dreifeld-Halle vier Mannschaften im Modus „Jeder gegen jeden“ mit Hin- und Rückspiel. Der Bezirk Weser-Ems siegte mit 14 Punkten vor dem Bezirk Hannover (9), der kreisübergreifenden Spielgemeinschaft Vechta-Osnabrück (6) und der Auswahl von Schiedsrichterinnen aus dem Kreis Diepholz (2). Die erwiesen sich damit als gute Gastgeberinnen und ließen den Gästen den Vortritt.